Die Pflanzen gedeihen meist gut in einem sonnigen Standplatz. Sie wachsen gut in
fast jeder Erde. Einige vertragen aber keinen Kalk. Die Vermehrung erfolgt durch Samen.

Vor dem Holunder zieh den Hut,
vor dem Wacholder geh in
die Knie.
Der Name Juniperus ist schon bei den Römern in Gebrauch gewesen und ist
abgeleitet vom lateinischen juvenis = Jüngling / Mädchen und parere = gebären;
das ist auf die abtreibende Wirkung der Beerenzapfen zurückzuführen. Aus dem
Bayerischen kommt die Bezeichnung Kranewitt (Kranewitter, Kranewitterbeere), die
aus dem Althochdeutschen krano ("Kranich") und witu ("Holz") entstanden ist.
Juniperus communis, der gemeine Wacholder, kann bis zu 7 m hoch werden.. Die
Sorte 'Compressa' wird selten höher als 1 m, sie wächst sehr langsam in
Säulenform und ist somit für einen kleinen Heidegarten als auch für den Rand
eines Steingartens geeignet.
In Sagen, Märchen und Liedern galt der Wacholder (der Machandel ist eine
Variante) früher als rätselhaftes, geheimnisvolles Gewächs und schützte vor
Hexen, Zaubern und anderen dämonischen Wesen.
Auf Friedhöfen (er ist
ein Baum der Toten wie die Eibe) und ums Haus gepflanzt diente er als Schutz vor
Hexen und bösen Geistern.
"Räucherstrauch" oder "Weihrauchbaum" spielen natürlich darauf an, daß die
Zweige und Zapfen beim Räuchern sehr aromatisch riechen.Seit Jahrtausenden wird
er zur Raumluftdesinfektion gebraucht, wissenschaftliche Untersuchungen geben
darüber Aufschluß, dass der Wacholderduft Viren, Keime, Bakterien vernichtet und
er so seinem tradtionellen Ruf gerecht wird. In den Pestzeiten war er der
wichtigste Schutz vor Ansteckung. So wurden mit ihm Haus und Dorf ausgeräuchert,
denn in Räucherungen entwickelt er seine reinigende, antiseptische Kraft. Wenn
man mit den Nerven fertig ist, der Stress überfordert oder einem alles über den
Kopf wächst, beruhigt und entkrampft sein Rauch auch die Seele.
Bekannt ist auch auch seine appetitanregende Wirkung in Wacholderschnäpsen
wie Genever oder Steinhäger.
Früher sollte ein Trank aus den Beeren
angeblich die Gabe verleihen, in die Zukunft zu sehen.
Wacholder ist übrigens das einzige Gewürz aus der Gruppe der Nadelgehölze;
traditionell verwendet z. B. zum Sauerkraut oder zu Wildgerichten.
Aus Wacholder werden aber auch Wacholderspiritus, - branntwein,
-beerentinktur, -beerenmus und –beerentee gewonnen.
Wacholderbeeren
sind als blutreinigend, wassertreibend und verdauungsstärkend bekannt; auch bei
rheumatischen Erkrankungen und Gicht entfalten sie ihre Heilkraft.
In der Aromatherapie findet das aus den getrocken Beeren gewonnen Öl
Verwendung.
Ein Aufguß der Wacholderbeeren hebt die Potenz und steigert die
Fruchtbarkeit. Petersilie, Thymian, Lorbeer und Knoblauch harmonieren mit
Wacholder und bilden so zusammen eine"Liebesgewürzmischung". Im Bad entspannt
das ötherische Öl Muskeln und Gliedern.